Trueffelwein: Was ein Saisonthema einem Weingut bringt
In Folge 42 von „Der letzte Schluck zum Feierabend“ sprechen Michael Gehring und ich mit Alexander Andreadis ueber Trueffel und Wein. Fuer Hoteliers ging es darum, was ein Saisonthema auf der Karte braucht. Fuer Winzer steckt darin eine konkrete Frage: Welche Weine kommen in so eine Auswahl, und was bringt die Teilnahme ueberhaupt?
Seit acht Jahren gibt es in Graz eine eigene Weinkategorie fuer Trueffel. Weingueter reichen ein, eine Jury verkostet, am Ende bleiben zwanzig Weine uebrig. Fuer die Betriebe, die es in diese Auswahl schaffen, ist das eine Sichtbarkeit, die sie mit eigener Werbung kaum erreichen wuerden. Anfang Oktober lag dazu eine eigene Beilage der Kronen Zeitung bei, oesterreichweit.
Was in dieser Auswahl tatsaechlich gefragt war
Gesucht wurden keine jungen, frisch abgefuellten Weine. Ueberzeugt haben gereifte Morillons aus der Steiermark, fuenf bis zehn Jahre alt, im grossen Holz ausgebaut. Dazu Weissburgunder, Grauburgunder und Chardonnay, gern als Cuvee, sowie trocken ausgebaute Traminer. Die Ueberraschung der letzten Runde war ein steirischer Riesling, mit dem niemand gerechnet hatte.
Das ist eine brauchbare Information fuer die eigene Sortimentsplanung: Fuer solche Kooperationen brauchen Sie Weine mit Reife im Keller. Wer alles sofort verkauft, hat zum Zeitpunkt der Einreichung nichts anzubieten.
Warum Saisonthemen fuer Weingueter interessant sind
Ein Saisonthema loest ein Problem, das viele Weingueter im Verkauf an die Gastronomie haben: Es gibt dem Gastronomen einen Anlass. Ohne Anlass ist Ihr Wein einer von vielen auf der Karte. Mit einem Anlass wird er Teil eines Angebots, das der Betrieb aktiv bewirbt.
Dazu kommt der zeitliche Rahmen. Trueffel gibt es nicht das ganze Jahr, der Markt veraendert sich woechentlich. Genau diese Knappheit macht das Thema erzaehlbar, und sie nimmt dem Gespraech ueber den Preis die Schaerfe.
Wer die Kalkulation seines Handelspartners versteht, verhandelt nicht mehr um den Preis allein. Wer ihm einen Anlass liefert, verhandelt gar nicht mehr.
Der Punkt, an dem es in der Praxis scheitert
Michael Gehring hat in dieser Folge offen gesagt, dass er dieses Thema in vierzig Jahren Hotellerie nie genutzt hat. Trueffelnudeln standen auf der Karte, mehr nicht. Das ist kein Einzelfall, sondern der Normalfall.
Der Grund liegt selten am Produkt. Er liegt daran, dass niemand im Service etwas dazu sagen kann. Ein Wein, der auf der Karte steht und nicht erklaert wird, verkauft sich nicht. Das betrifft Sie als Winzer unmittelbar, denn es entscheidet darueber, ob Ihre Flasche im Betrieb bewegt wird oder im Lager steht.
Wer seine Gastronomiepartner beliefert, sollte deshalb nicht nur den Wein liefern, sondern auch das, was man darueber sagen kann. Zwei Saetze, die ein Servicemitarbeiter sich merken kann, wirken mehr als jedes Datenblatt. Wie Sie Ihr Team und Ihre Partner darauf vorbereiten, beschreibt der Artikel Mitarbeiterschulung fuer den Verkauf.
Was Sie daraus mitnehmen koennen
- Halten Sie gereifte Weine zurueck, damit Sie bei Einreichungen und Kooperationen ueberhaupt etwas anzubieten haben
- Suchen Sie regionale Saisonthemen, die einen Anlass schaffen, statt allein ueber den Preis in die Gastronomie zu kommen
- Liefern Sie zu jeder Flasche zwei Saetze mit, die ein Servicemitarbeiter am Tisch sagen kann
Folge 42 vollstaendig hoeren
Die vollstaendige Episode mit Michael Gehring, Alexander Andreadis und mir gibt es auf Spotify und den anderen gaengigen Plattformen. Eine ausfuehrliche Einordnung aus Sicht der Hotellerie finden Sie auf hotelsuccess.cc/podcast, der Hauptseite unseres gemeinsamen Podcasts. Das Trueffelfestival laeuft vom 20. bis 30. Oktober im Paradieshof in Graz.
Welches Saisonthema passt zu Ihren Weinen?
Im kostenlosen Strategiegespraech schauen wir, wo Ihr Sortiment in der Gastronomie den besten Anlass findet.
Strategiegespräch anfragenWeiterlesen