Steiermark · Wein News

Gesundheit im Betrieb: was erschöpfte Gäste von Ihnen erwarten

Gäste kommen selten ausgeruht an. Sie kommen nach einer vollen Woche, oft nach einer langen Anfahrt, und wollen zuerst einmal herunterkommen. Diese Folge dreht sich um Gesundheit im Hotel, und ich nehme daraus vier Punkte mit, die genauso für Vinothek, Gästezimmer und Ihren eigenen Jahresrhythmus gelten.

In Folge 39 sitzt Dr. med. Wolfgang Brysch bei Michael Gehring und mir am Tisch. Er ist Mediziner und Neurobiologe, und das Thema klingt zuerst nach Hotellerie: Erschöpfung, Überforderung und Burn-out bei Gästen, die viel Geld für ihren Aufenthalt ausgeben. Beim zweiten Hinhören geht es jeden Betrieb an, der Menschen empfängt, also auch Ihr Weingut.

Ihre Gäste kommen müde an

Wer am Freitagnachmittag in Ihre Vinothek kommt, hat meist eine volle Woche hinter sich. Das ist keine Nebensache, sondern die Ausgangslage jeder Verkostung. Ein Mensch, der noch im Arbeitsmodus steckt, schmeckt weniger, fragt weniger und kauft weniger. Die ersten zehn Minuten entscheiden deshalb mehr über den Abend als die Reihenfolge der Weine. Zeit zum Ankommen, ein Glas Wasser, ein ruhiger Platz, kein Vortrag ab der ersten Sekunde.

Schlaf, wenn Sie Zimmer vermieten

Viele Weingüter haben zwei, drei Gästezimmer oder eine Ferienwohnung. Genau dort liegt der Punkt, den Brysch für Hotels beschreibt: die Schlafumgebung. Dunkelheit, Ruhe, Temperatur, eine Matratze, die zum Gast passt. Das kostet kein Vermögen, und niemand lobt es mit einem Fachbegriff. Gelobt wird es mit dem Satz, man habe endlich wieder durchgeschlafen. Für einen kleinen Betrieb ist das die günstigste Form von Qualität, die es gibt.

Bewusster trinken ist keine Bedrohung

Ein Teil der Gäste trinkt weniger als noch vor fünf Jahren. Bei Weingutbesuchen höre ich das oft als Klage. Ich sehe es anders. Wer weniger trinkt, trinkt bewusster, und bewusster heisst in der Praxis: lieber zwei gute Gläser als eine ganze Flasche Beliebiges. Das ist die Kundschaft, die ein Weingut mit Charakter sucht. Was Sie dafür brauchen, ist eine ehrliche Antwort auf die Frage, warum dieser eine Wein das Glas wert ist, und ein Angebot, das auch ohne grosse Menge funktioniert.

Seriösen Nutzen von Marketing unterscheiden

Brysch spricht darüber, wie man bei neuen Gesundheitstechnologien erkennt, was wirklich etwas bringt und was nur gut klingt. Diese Frage sollten Sie sich auch bei Ihrem eigenen Etikett stellen. Wein ist ein Genussmittel. Gesundheitsversprechen gehören nicht darauf, weder rechtlich noch inhaltlich. Erlaubt und stark ist etwas anderes: Herkunft, Handarbeit, Verzicht auf Schönungsmittel, klare Angaben. Das überzeugt gesundheitsbewusste Gäste mehr als jede Anspielung.

Und Ihre eigene Kraft

Der Teil des Gesprächs, der mir am nächsten geht, betrifft nicht die Gäste, sondern Sie. In der Lese arbeiten Sie sechs Wochen ohne freien Tag, danach kommt die Vinothek, dann kommen die Messen. Michael Gehring kennt dieses Muster aus vierzig Jahren Hotellerie, und es endet selten von allein. Ein Familienbetrieb übersteht keine Saison, in der die Person ausfällt, die alles zusammenhält. Zwei freie Tage im Kalender sind deshalb kein Luxus, sondern Betriebsvorsorge.

Folge 39 zum Nachhören

Das Gespräch mit Dr. med. Wolfgang Brysch, Michael Gehring und mir dauert rund 71 Minuten und ist auf Spotify sowie auf den übrigen gängigen Plattformen zu hören. Alle Folgen und die Einordnung aus Sicht der Hotellerie finden Sie auf hotelsuccess.cc/podcast, der Hauptseite unseres gemeinsamen Podcasts.

Wie kommen Ihre Gäste bei Ihnen an?

Im kostenlosen Strategiegespräch schauen wir uns die ersten zehn Minuten eines Besuchs bei Ihnen an, dazu Ihre Gästezimmer und Ihr Angebot für Menschen, die bewusst weniger und dafür besser trinken.

Strategiegespräch anfragen