Golf und Wein: was eine Kooperation dem Weingut bringt
Neue Gäste kommen selten über Anzeigen. Sie kommen über Orte, an denen Ihre Wunschkunden ohnehin schon Zeit verbringen. Diese Folge zeigt das an einem konkreten Beispiel aus der Steiermark: ein Golfclub und ein Weingut, die sich zusammentun, und zwei Familienbetriebe, die offen über die Übergabe an die nächste Generation sprechen.
Ein Golfclub und ein Weingut, zwei Familienbetriebe, ein gemeinsamer Termin. In Folge 38 sitzen Victoria Skene vom Golfclub Gut Murstätten und Alexander Andreadis von Andreadis Estate Wines bei Michael Gehring und mir am Tisch. Anlass ist die erste gemeinsame Golf und Wine Veranstaltung am 18. September 2026 in der Steiermark.
Warum zwei Betriebe zusammenspannen
Beide Häuser leben von Menschen, die sich Zeit nehmen. Auf dem Platz dauert eine Runde einen halben Tag, im Keller dauert eine Verkostung zwei Stunden. Das ist dieselbe Art von Gast, nur an einem anderen Ort. Genau deshalb funktioniert die Verbindung, und genau deshalb ist sie für Weingüter interessant, die ihre Gäste nicht über Werbung suchen wollen, sondern dort, wo sie ohnehin schon sind.
Was ein Golfclub einem Weingut bringen kann
Ein Club hat, was den meisten Weingütern fehlt: eine feste Mitgliederliste, einen Ort, an dem diese Menschen regelmässig hinkommen, und eine Gastronomie, die den ganzen Tag läuft. Wenn Ihr Wein dort auf der Karte steht, schmeckt ihn jemand nicht im Vorbeigehen im Supermarktregal, sondern nach vier Stunden an der frischen Luft, in guter Laune, mit Zeit zum Nachfragen. Das ist die beste Ausgangslage, die Sie für einen Erstkontakt bekommen können. Wichtig ist nur, dass jemand vom Weingut auch tatsächlich vor Ort ist. Eine Flasche ohne Gesicht dahinter bleibt eine Flasche.
Generationenwechsel, offen auf den Tisch gelegt
Der zweite Strang des Gesprächs war die Übergabe. Beide Gäste kommen aus Familienbetrieben, und beide reden erfreulich offen darüber, was ein Wechsel zwischen den Generationen wirklich bedeutet. Es geht selten um die Frage, wer unterschreibt. Es geht darum, wer Entscheidungen trifft, solange beide Generationen am Betrieb arbeiten. Wer diesen Punkt vor sich herschiebt, verschiebt ihn meist so lange, bis ihn ein Anlass von aussen erzwingt. Michael Gehring bringt aus vierzig Jahren Hotellerie genug Beispiele dafür mit, und sie klingen für Weingüter erschreckend vertraut.
Was Sie daraus für Ihr Weingut mitnehmen
Schauen Sie sich an, welche Betriebe in Ihrer Region dieselben Gäste haben wie Sie, ohne Ihre Konkurrenz zu sein. Golfclub, Reiterhof, Therme, Wanderhotel. Der erste Schritt ist kein Vertrag, sondern ein gemeinsamer Termin, den beide Seiten bewerben. Danach sehen Sie in einem Nachmittag, ob es passt. Und sprechen Sie in der Familie über die Übergabe, bevor der Anlass Sie dazu zwingt.
Folge 38 zum Nachhören
Das Gespräch mit Victoria Skene, Alexander Andreadis, Michael Gehring und mir dauert rund 54 Minuten und ist auf Spotify sowie auf den übrigen gängigen Plattformen zu hören. Alle Folgen und die Einordnung aus Sicht der Hotellerie finden Sie auf hotelsuccess.cc/podcast, der Hauptseite unseres gemeinsamen Podcasts.
Mit wem könnten Sie sich zusammentun?
Im kostenlosen Strategiegespräch schauen wir uns an, welche Betriebe in Ihrer Region dieselben Gäste haben wie Sie, wie ein erster gemeinsamer Termin aussehen kann und was er kosten darf.
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